Zoom Fatigue erklärt: Warum Videocalls erschöpfen und 5 wissenschaftlich fundierte Tipps gegen die Videokonferenz-Müdigkeit im Homeoffice.

Nach dem dritten Videocall des Tages fühlst du dich erschöpfter als nach einem ganzen Tag im Büro. Du bist nicht allein: Zoom Fatigue ist real, wissenschaftlich belegt – und es gibt wirksame Gegenmaßnahmen.
Kurz: Zoom Fatigue bezeichnet die ungewöhnliche Erschöpfung nach Videocalls. Das Phänomen tritt bei allen Plattformen auf – Teams, Meet, Webex – und hat konkrete neurologische Ursachen.
Der Begriff entstand 2020, als Millionen Menschen plötzlich von zuhause arbeiteten. Doch das Gefühl kennt jeder, der regelmäßig Videocalls hat: Nach wenigen Stunden vor der Kamera bist du müder als nach einem ganzen Tag persönlicher Meetings.
Stanford-Forscher um Professor Jeremy Bailenson untersuchten das Phänomen 2021 systematisch. Ihre Erkenntnis: Videocalls sind objektiv anstrengender für unser Gehirn.
Kurz: Übermäßiger Blickkontakt, permanente Selbstbeobachtung, eingeschränkte Bewegung und fehlende nonverbale Signale erschöpfen dein Gehirn bei Videocalls.
In normalen Gesprächen schauen wir uns nur zeitweise an. Bei Videocalls starren alle permanent auf den Bildschirm – und gefühlt direkt in deine Augen. Dein Gehirn interpretiert das als intensive soziale Situation und schüttet Stresshormone aus.
Stell dir vor, den ganzen Tag läuft ein Spiegel neben dir mit. Genau das passiert bei Videocalls: Du siehst dich permanent selbst. Studien zeigen, dass Selbstbeobachtung kognitiv erschöpft und sogar das Selbstwertgefühl negativ beeinflusst.
Im Meeting-Raum stehst du auf, holst Kaffee, gestikulierst frei. Bei Videocalls sitzt du starr vor der Kamera, damit du im Bildausschnitt bleibst. Diese Bewegungseinschränkung ist unnatürlich und anstrengend.
Nonverbale Kommunikation – Gestik, Körperhaltung, Blickrichtung – liefert 60-70% der Information in Gesprächen. Bei Videocalls fehlen diese Signale größtenteils. Dein Gehirn arbeitet permanent daran, die fehlenden Informationen zu kompensieren.
Kurz: Kamera öfter ausschalten, Selbstansicht deaktivieren, Pausen zwischen Meetings, Galerieansicht nutzen und weniger synchrone Meetings einplanen.
Nicht jedes Meeting braucht Video. Bei internen Team-Calls oder längeren Sessions: Kamera aus. Für Kundengespräche oder wichtige Präsentationen: Kamera an. Die Unterscheidung allein reduziert die Erschöpfung spürbar.
Fast alle Tools bieten die Option, die eigene Kameraansicht auszublenden. Bei Zoom: Rechtsklick auf dein Bild → "Selbstansicht ausblenden". Sofort weniger Selbstbeobachtungs-Stress.
Plane 10 Minuten zwischen Videocalls ein. Steh auf, geh ans Fenster, hol dir Wasser. Diese Mini-Pausen sind effektiver als eine lange Mittagspause nach fünf Back-to-Back-Meetings.
Die Sprecheransicht zwingt zu ständigem Fokuswechsel. Die Galerieansicht verteilt die Aufmerksamkeit natürlicher – ähnlich wie bei einem Meeting-Tisch, wo du auch nicht jeden permanent anstarrst.
Frag dich vor jedem Meeting: Muss das ein Call sein? Viele Abstimmungen funktionieren besser per Slack, E-Mail oder Loom-Video. Ein aufgezeichnetes 3-Minuten-Update ersetzt oft ein 30-Minuten-Meeting.
Kurz: Brainstormings, schwierige Gespräche und Beziehungsaufbau profitieren von Video. Routine-Updates und reine Info-Weitergabe nicht.
Nicht alle Meetings sollten zu E-Mails werden. Videocalls machen Sinn bei:
Für Status-Updates, Informationsweitergabe oder Routine-Abstimmungen gibt es fast immer bessere Alternativen.
Zoom Fatigue ist kein Zeichen von Schwäche – es ist eine natürliche Reaktion deines Gehirns auf eine unnatürliche Kommunikationsform. Die gute Nachricht: Mit wenigen Anpassungen kannst du die Erschöpfung deutlich reduzieren.
Starte mit einer Änderung: Deaktiviere heute noch die Selbstansicht in deinem Videokonferenz-Tool. Es ist der einfachste Schritt mit sofortiger Wirkung.
Wenn du generell mit Fokus im Homeoffice kämpfst oder mehr über Stressbewältigung im Homeoffice erfahren willst, findest du dort weitere Strategien.
Zoom Fatigue bezeichnet die Erschöpfung nach vielen Videocalls. Der Begriff entstand während der Pandemie, gilt aber für alle Videokonferenz-Tools wie Teams, Google Meet oder Webex. Ursachen sind ständiger Blickkontakt, kognitive Überlastung und fehlende nonverbale Kommunikation.

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